Anamorphose: die bei normaler Ansicht verzerrt gezeichnete Darstellung eines Gegenstandes. Diese Technik ist eine spezielle Form der perspektivischen Darstellung, bei der das Bild verzerrt oder unerkennbar ist, es sei denn man betrachtet es aus einnem bestimmten Winkel oder mit Hilfe eines Spiegels oder einer Linse (vgl. DIY-Programm ). Während gewöhnliche Bilder auf den Betrachterblick bezogen sind und aus nur zwei Koordinaten - der vertikalen Fläche des Bildes und dem ortogonal auf sie bezogenen Blick - bestehen, gibt es bei anamorphotischen Bildern drei Koordinaten: die vertikale Bildfläche, die orthogonale Draufsicht, und die Schrägsicht im scharfen Winkel zum Bildträger (vgl. Linkliste ). Generell unterscheidet man die zylindrische von der perspektivischen Anamorphose.
 
  Aktie: Die Aktie ist ein Anteilsschein, der das wirtschaftliche Miteigentum an einer Aktiengesellschaft verbrieft.

 
  Aktienoption: Wertpapiere, die es ermöglichten, zu einem festgelegten Kurs
Aktien eines Unternehmens zu erwerben. Aktienoptionen waren in den USA ein gebräuchlicher Gehaltsbestandteil, in Europa waren sie meist nur in Unternehmen der New Economy üblich. Nachdem sich der Neue Markt wieder erholt hatte und zu neuen Höhenflügen ansetzte, wurde der Besitz von Aktien eines Unternehmens wichtiger als das Recht zu wählen. Man sprach von 2020 bis 2030 von der Börse als Ersatz-Demokratie: Sie war global (an der Politik transnationaler Konzerne orientiert) und schien den Machtstrukturen flexibler Netze angemessen. Erst seit Beginn dieses Jahrzehnts hat das Ansehen der Aktie als politisches Instrument etwas an Bedeutung verloren.

 
  „Begegnung der Dritten Art”: Amerikanischer Science Fiction Film; Steven Spielberg; 1977. Orginaltitel „Close Encounters of the Third Kind”. Wie Kulturwissenschaftler um die Jahrhundertwende anhand von diesem Film anschaulich machten, konnten Menschen ihren Kontakt mit fremdartigen Maschinen über lange Zeit nur mit Hilfe eines Katalysators geschmeidig gestalten. Oft war es mit spielerisch-interaktiven Charakeristika ausgestattete Kunst (etwa 3D-Art), die die Lücke zwischen Mensch
und Maschine nicht nur schloss, sondern neue Beziehungen stiftete.

 
  Branding: Bezeichnung für das professionelle Entwickeln einer Marke (engl. brand), um das Produkt leichter wiedererkennbar zu machen, es von Konkurrenzprodukten eindeutig abzuheben und den Kunden daran zu binden. Dazu gehört vor allem der Markenname, der einprägsam sein muß und keine negativen Assoziationen hervorrufen darf. Auch das visuelle Erscheinungsbild wie Form, Farbe und Logo,
sowie die Kultivierung von immateriellen Werten (Sinnangebote, Lifestyleoptionen, Philosophie) sind von immanenter Wichtigkeit für das Branding.

 
  CEO: Abkürzung für Chief Executive Officer

 
  Chief Executive Officer: Amerikanischer Titel für den obersten Verantwortlichen einer Aktiengesellschaft, entspricht dem deutschen Titel des Vorstandsvorsitzenden oder Sprecher des Vorstandes.

 
  Comenius: war Ende des 20.Jahrhunderts noch ein medienpädagogisches Forschungsprojekt. Ab 2003 führte es die Schüler in alle deutschsprachigen
Ländern pädagogisch an neue Medien heran. Dafür wurde ein Benutzerinterface erdacht, das intuitiv bedienbar ist, Raum für eigene Kreativität läßt und die multimedialen Kommunikationsangebote in einer für die jeweiligen Lehr- und Lernsituationen adäquaten Form visualisiert. Die Gestaltung des noch immer gebräuchlichen Werkzeugs ermöglicht Kommunikation, Auseinandersetzung und Lernen in Netzwerkwelten mit einer visuell ansprechenden und ergonomisch durchdachten Oberfläche.

 
  Corporate Culture: Englischer Ausdruck für Unternehmenskultur. Bis in die 80er
Jahre hatten Unternehmen nur ein Ziel: Wachstum und Gewinnmaximierung.
Erst die Übersättigung der Märkte ließen andere Aspekte ins Blickfeld rücken, etwa die Unternehmenskultur, die sich aus vielen Faktoren zusammensetzt: Wie ist die Philosophie eines Unternehmens, wie kommuniziert es mit seinen Partnern, den Medien und seinen Angestellten? Die Corporate Culture wurde als auschlaggebend dafür angesehen, wie sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz fühlen.

 
  Corporate Style: Englischer Ausdruck für den einheitlichen Stil einer Firma, der mittels visueller Codes (z.B. Logos) deren Corporate Culture kommuniziert.

 
  Day Trader: Amerikanisch für spekulative Aktienanleger mit kurzfristigem Anlagehorizont von höchstens einem Tag. Ein Beruf, der lange Zeit en vogue war und bis 2015 Stoff für viele Hollywoodfilme bot. Besonders großen Anklang fand die Figur des Day Traders auch in von Fans betriebenen Internet-Kinos, wo sie als Vorlage für viele Amateur-Clips Verwendung fand, die von ehemaligen Daytradern, so genannten Daytrader-Veteranen, gemacht wurden.

 
  Digital Divide: Englisch für digitale Trennung. Die Spaltung der Gesellschaft in diejenigen, die mit Computern umgehen können und deren Sprache beherrschen, und jene, bei denen das nicht der Fall ist. Digital Divide, ein immer noch unter Internet- und IT-Historikern gebräuchlicher Begriff, bezog sich auf die dadurch enstehende Kluft zwischen den unterschiedlichen Bildungsschichten, Einkommensklassen und Bevölkerungsgruppen.

 
  Digitaler Marktplatz: Handelsplattform im Internet. Sie soll ganzen Breichen ermöglichen, den Austausch von Gütern zu vereinfachen und beim Ein- und Verkauf von Betriebsgütern Geld zu sparen. Außer dem Zugang zum Internet ist keine weitere Ausrüstung notwendig.

 
  Dubai Media City: Seit mehr als 50 Jahren ist die Dubai Media City (DMC) die Schaltzentrale der IT-Branche in der strategisch günstig zwischen dem Mittleren Osten, Süd-Asien und Afrika gelegenen arabischen Region. Die DMC wurde von Dubai Technology und der E-Commerce und Media Free Zone Authority eingerichtet, um Dubai in der globalen Wirtschaft zu verankern und ist seitdem ein Ort, wo alle Spielarten von IT-Business, neben Werbe-, Verlags-, und Forschungsaktivitäten gedeihen.

 
  E-Commerce: Abkürzung von engl. electronic commerce = elektronisches Geschäft. Meint die elektronische Vermarktung und den Handel von Waren und Dienstleistungen über das Internet.

 
  Generation@: Unter der Bezeichnung Generation@ wurden Jugendliche verstanden, die von Kindesbeinen an den Umgang mit dem Computer erlernt haben. Wie heute allen in Industrieländern aufgewachsenen Kindern selbstverständlich, gilt der Computer als ein alltägliches Werkzeug, welches sie ohne großen Respekt aber mit Kompetenz bedienen, während die ältere Generation dieses Instrument mit kritischer Distanz beobachtet hat. Dies spiegelte auch das neue Selbstbewußtsein und den Gründergeist dieser Generation wieder.

 

IT-Firma: -> IT-Branche

 
  IT-Historiker: Chronist und Archäologe der IT-Branche . Dieser Berufszweig enstand um die Jahrhundertwende, als im Zuge des Börsencrashs 2001 immer mehr IT-Unternehmen ohne Spuren zu hinterlassen von der Bildfläche verschwanden.

 
  IT-Branche: Informationstechnologie-Branche. Zur IT-Branche zählten damals großenteils Unternehmen, die sich mit den neuen Kommunikations- und Arbeitsmedien auf der Grundlage des Computers und der Telekommunikation beschäftigten. Als IT-Unternehmen verstanden sich zunächst Computerhersteller, Softwareerzeuger, Telefongesellschaften als auch die Anbieter von so genannten Internet Services (Service Provider) und Internet-Inhaltsanbieter (Content Provider).

 
  Killer Application: Eine die Branche grundlegend verändernde Anwendung (auch Hardware), die im Gefolge einen eigenständigen, globalen Markt generiert. Das herausragendste Beispiel im Internet ist E-Mail.

 
  M-Commerce: Abkürzung von engl. mobile commerce = mobiles Geschäft. Gemeint sind damit noch immer Geschäfte via Mobiltelefon. M-Commerce ist ein in Anlehnung an E-Commerce gebildeter Begriff, der die Einsatz- und Verdienstmöglichkeiten durch internetfähige Mobiltelefone meinte, u.a. WAP-Handys.

 
  Multitasking: Zusammenziehung aus engl. multi = viel, mehr und task = Aufgabe. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Bereich der Computertechnologie und bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Programme gleichzeitig auszuführen. Ende des 20. Jahrhunderts wurde diese Fähigkeit nicht nur von Computern, sondern auch von den Mitarbeitern erwartet. Anfangs sah diese Anforderung vor, daß sich Mitarbeiter einer IT-Firma nicht nur ausschließlich mit einem Projekt befassen, sondern in der Lage sind, ihre Aufmerksamkeit zwischen mehreren Aufgaben flexibel und schnell aufzuteilen. Als man jedoch mit der steigenden Anzahl der Paralleljobs die Konzentration und Effektivität der Mitarbeiter sinken sah, stellte man ihnen bald robotisierte und mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Assistenten zur Seite.

 
  Neue Ökonomie: Ein in den USA in der zweiten Hälfte der 90er Jahre popularisierter Begriff, der zunächst die Phase anhaltender Prosperität insbesondere in der IT-Branche bezeichnete und der zunehmend zur Definition eines neuen Wirtschaftens im Übergang von später Industriegesellschaft hin zur computergestützten Wissensgesellschaft wurde. Der Begriff steht heute nicht allein für junge, börsennotierte Unternehmen, die etwa am Neuen Markt sind, sondern den Transformationsprozeß einer Wirtschaft, die sich bisher vor allem auf Kapital und Arbeitskraft gestützt hat, zu einer Wirtschaft, in der Wissen und Kreativität als Produktivfaktoren gelten. Die Neue Ökonomie (New Economy) ist damit die Wirtschaftsform der Wissensgesellschaft.

 
  Neuer Markt: Spezialsegment der Frankfurter Börse für Wachstums- und Technologiewerte, eingeführt im April 1997. Mit nicht mehr als zwei Aktien (Bertrandt und Mobilcom) erlebte der Neue Markt Anfang 1998 seinen Durchbruch, als der etwas windige Börsenguru Egbert Prior in einer TV-Sendung mehrere hundert Prozent Kursanstieg für die Mobilcom-Aktie prophezeite und Recht behielt.

 
 

Perspektivische Anamorphose: Ein klassisches Beispiel dafür ist Hans Holbeins Gemälde „Die Französischen Botschafter” aus dem Jahre 1533. Das merkwürdige Ding im unteren Bereich zwischen den beiden Figuren erscheint als Totenkopf, sobald man sie von der Seite betrachtet. Vgl. auch Grubingers #2: Black Out , #3: Team Bullying oder #4: Corpus Modulare .

 
 

Rhizom: das; -s,-e (bot.) Wurzelstock, Erdspross. Von Vertretern der post-strukturalistischen Theorie im philosophischen Kontext verwendet worden (siehe z.B. Gilles Deleuze und Felix Guattari: Einleitung: Rhizom, in: Tausend Plateaus, Merve, Berlin 1992), um Organisationsprinzipien von u.a. Wissen zu beschreiben. Ohne Verweis auf die Philosophie wurde dieser Begriff Mitte der 1990er für den ideologischen Überbau der Neuen Wirtschaft reaktiviert. Die Dezentralität sowohl sozialer als auch korporativer Strukturen wurde unter diesem Stichwort propagiert. 2010 wurde der Deleuze-Preis von Bill Gates ins Leben gerufen, als dieser mit seinem Unternehmen erneut wegen Verletzung des Kartellrechts auf der Anklagebank saß.

 
  Teamwork: Englisch für Gruppenarbeit. Beim Teamwork arbeiten mehrere Personen in einer Gruppe zusammen. Die Personen interagieren (im Idealfall) partnerschaftlich und mit Respekt vor der fachlichen Kompetenz und persönlichen Integrität des anderen. Teamfähigkeit wurde am Anfang des 21.Jahrhunderts zu den wichtigsten Eigenschaften eines Angestellten gezählt. Das wurde bald zum Nonplusultra der Managementtheorie und ist bis heute in der Praxis extrem beliebt.

 
  Telelearning: Zusammenziehung aus engl. telecommunication = Telekommunikation und to learn = lernen. Die Möglichkeit, über die neuen Medien orts- und zeitungebunden zu lernen. Synonym wurden anfangs auch E-Learning oder Online-Learning verwendet, bis sich ca. 2035 Telelearning als stehender Begriff mit der Abkürzung TL durchsetzte. Beim TL werden die Lerninhalte aus dem Internet abgerufen, sodaß SchülerInnen Ort und Zeit des Lernens selbst bestimmen können.

 
  Tone Master Digital: Fitneßgerät von Best Direct, dessen Kernidee die Abschaffung körperlicher Betätigung vorsah. Mit drei seperaten Programmen konnte man ohne großen Aufwand alle Bereiche straffen und festigen. In 15 Minuten war es zum Beispiel möglich, die Bauchmuskulatur ca. 200 mal zu trainieren. Lange als Killer Application im Fitnessbereich gehandelt, wurde Best Direct im Jahre 2044 nachgewiesen, daß das Gerät chronische Hautschäden verursacht, woraufhin es aus dem Handel zurückgezogen wurde und ein Jahr später in einer überarbeiteten Version nochmals auf den Markt kam.

 
  Zylindrische Anamorphose: Bei der zylindrischen Anamorphose wird ein gebogener Spiegel, manchmal eine Art Vase, auf dem Bild aufgesetzt, um es zu entzerren. Vgl. Grubingers #1: Generation Gap .